Ich will Ihr Fenster kuratieren


performativer Eingriff mit adhäsiven Visitenkarten, Erdgeschossfenster


work in progress

Ganz im Stile derjenigen gehalten, die mit wetterfesten Kärtchen mit der Aussage, man wolle das Auto kaufen, reihenweise wahllos Autofenster bestücken, werden mit diesen Visitenkarten in schnellen, willkürlichen Handbewegungen Erdgeschossfenster im Vorbeigehen beklebt (mit Wasser, adhäsiv).

Erdgeschosswohnungen gelten bei vielen Menschen als unbeliebteste Wohnform - vor allem, wenn die Fenster in erreichbarer Höhe und Distanz zur Straße hin zeigen. Umweigerlich entsteht der Eindruck, man könne leicht beobachtet werden. Gibt es keine Rollläden, ist der Einblick in die dahinterliegenden Zimmer - gerade nach Einbruch der Dunkelheit - sicher. Viele dieser Fenster sind daher hier keine Öffnungen nach Außen mehr, sondern werden verrammelt und durch Sichtschutze (Klebefolie) und Rollos, viel zu viel Fenster“dekoration“ und an Scheiben plattgedrückten Pflanzen vermeindlich uneinsehbar gemacht.

Diese Visitenkarten balancieren auf der Schnittstelle zwischen Voyeurismus und Egalität.Als Zaungäste überschreitensie eine „Wohlfühlgrenze“, machen einen gefühlten Schritt in den Intimraum des Erdeschossbewohners - vom öffentlichen in den privaten Raum.

Die auf der Karte angegebene Mailadresse existiert und wird abgerufen. Der weitere Ausgang des Eingriffs ist von der Reaktion der Gegenseite abhängig.